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Ghost Rider – Extended Version, R: Mark Steven Johnson, D: Nicholas Cage, Eva Mendes, P: Columbia Pictures 2007 [ 3/6]

Ein blasser Plot folgt wie eine gespannte Schnur dem ausgetretenen Pfad der Comic-Verfilmungen: Ein zerrissener Held; ein nahezu unbesiegbarer Schurke; eine Liebe, die geopfert werden muss, damit sie gewonnen werden kann; und alles garniert mit ein wenig Mystizismus, der mit religiösen Motiven spielt. Natürlich wird der Böse am Ende besiegt und der Held könnte die Frau haben. Natürlich bleibt die Möglichkeit eines Sequels, sofern der Film Erfolg hat. Natürlich gab es bis dahin jede Menge Action und langweilige, weil vorhersehbare Handlung.

Diese Beschreibung passt zu einer Menge Comic-Verfilmungen der letzten Zeit: Spiderman 1-3, Der unglaubliche Hulk, Superman, Daredevil, etc. In diesem Fall wurde sie für den Film Ghost Rider von Regisseur Mark Steven Johnson geschrieben. Darin liegt das größte Problem des Films: Er ist in seiner Dramaturgie ebenso berechnend wie berechenbar.

Bunte Bilder und vorhersehbare Handlung

Der Ghost Rider ist einer Comic-Figur aus dem Marvel-Universum. Er jagd als Kopfgeldjäger des Teufels auf einem Motorrad allerlei Schurken. An Stelle eines Kopfes hat er einen brennenden Schädel. Im Film ist der Sohn Satans, Blackheart, der Gegenspieler des Ghost Rider. Er will die Hölle auf Erden entfesseln und somit zugleich seinen Vater entmachten. Als Helfer hat er verstoßene Engel, die sich in den irdischen Elementen Wind, Wasser und Erde verstecken. Leider überwindet der Ghost Rider all seine Gegenspieler nach kürzester Zeit mit spielender Leichtigkeit. Er wirkt dabei jederzeit unbesiegbar, so dass wenig Spannung aufkommt.

Die Liebesgeschichte des Films ist ganz filmisch amerikanisch. Als Jugendliche verlieben sich die beiden Hauptdarsteller Johnny Blaze und Roxanne Simpson unsterblich ineinander. Sie verlieren sich aus den Augen, behalten sich aber immer im Herzen und als sie wieder aufeinander treffen, gibt es ein paar Schwierigkeiten, aber am Ende siegt die seit 20 Jahren köchelnde Liebe. Diese kitschig romantische Liebesgeschichte verleiht dem Film natürlich wenig Halt im Gedächtnis der Zuschauer.

Überhaupt hat der Film ein Problem mit der Informationsvergabe. Während die Geschichte des Ghost Rider mutmaßlich über verschiedene Comic-Ausgaben hinweg entwickelt wurde, musste sie nun verkürzt in einem Film erzählt werden. Dadurch klaffen größere Lücken in der Handlung und in der Entwicklung der Figur.

Nicholas Cage und Eva Mendes in den Hauptrollen

Dabei gehört die Darstellung der Doppelfigur des Ghost Rider/ Johhny Blaze durch Nichola Cage zu den Höhepunkten des Films. Cage gelingt es, besonders der Figur des Johnny Blaz eine interessante melancholische Note zu verleihen. Etwas, was der Schauspielerin Eva Mendes für die Figur der Roxanne nicht gelingen konnte. Zu sehr waren die Figur und ihre Inszenierung darauf angelegt, eine Einstellung als schöne Dekoration zu bereichern.

Darin liegt das große Problem des Films Ghost Rider wie auch der meisten Comic-Verfilmungen: Sie konzentrieren sich zu sehr darauf, verdammt gut auszusehen und vergessen darüber die Handlung. In derselben Manier versuchen Comic-Verfilmungen meist über den Filmhelden eine moralische Botschaft zu transportieren, zeigen allerdings meist mehr oder minder motivierte Gewalt. „Wir versuchen alle, vor unseren Untaten davon zu laufen, aber der Ghost Rider erinnert uns mit seinem 'Blick der Bestrafung' daran, dass das Böse, das wir tun, immer wieder zu uns zurück kommt“, wird Produzent Avi Arad im DVD-Booklet zitiert. So sieht der Film Ghost Rider zwar spektakulär aus, bleibt aber in allen weiteren Punkten in den Genre-Konventionen hängen.

Insgesamt ist Ghost Rider eindeutig ein Genre-Film, bei dem Fans des Genres auf ihre Kosten kommen. Für alle anderen dürfte die Story zu flach, die Figuren zu oberflächlich und die Inszenierung wenig einfallsreich sein.

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